Am heutigen „Inauguration Day“ – dem Tag der Amtseinführung des designierten US-Präsidenten Barack Obama, möchte ich mich einmal mit der Frage beschäftigen, welche Personen im Hintergrund agieren und dem künftigen Staats- und Regierungschef in politischen Belangen zur Seite stehen.
Jon Favreau: Der erst 27-jährige Redenschreiber ist seit 2005 im Team von Obama. Er ist bekannt dafür auch mal eine Nacht an seiner Spielkonsole zu verbringen und die ein oder andere Party nicht zu scheuen. Dennoch hat sich der Jungspund als wichtiges Mitglied im Umfeld Barack Obamas erwiesen. Für die eindrucksvollen Reden des neuen amerikanischen Hoffnungsträgers, die einen Ruck in der Bevölkerung auslösten und letztendlich auch den Wahlausgang entscheidend prägten, zeichnete
sich einzig und allein Favreau verantwortlich. Auch der Wahlkampfslogan „Yes We Can!“ soll aus seiner Feder stammen. Er studierte zuvor Politikwissenschaften und Soziologie.
Rahm Emanuel: Der zukünftige Stabschef im Weissen Haus hat die Aufgabe, den Präsidenten als ranghöchster Mitarbeiter zu beraten. Dies sind in erster Linie Verwaltungsaufgaben, wie die Planung des Personals oder die Organisation von Terminen. Seine Position ist vergleichbar mit dem Chef des Bundeskanzleramtes in Deutschland. Emanuel ist amerikanischer Staatsbürger jüdischer Abstammung. Für seine Tätigkeit ist er gut vorbereitet. Bereits unter Bill Clinton hatte er eine Funktion als Berater ausgeübt. Wie auch Obama stammt der 49-jährige aus der Hauptstadt des Bundesstaates Illinois Chicago.

Hier werden sich die Wege kreuzen: Das Weiße Haus
Michelle Obama: Nicht zu unterschätzen ist die Rolle der zukünftigen und ersten schwarzen First Lady. Sie übt nach Meinung von Insidern bereits einen ähnlich großen Einfluss auf den Ehegatten aus wie einst Jaqueline Kennedy oder Hillary Clinton. Mit taffen Wahkampfauftritten zeigte sie Fachwissen und Eloquenz, trotz einer ungespielten Leichtigkeit. Sie gilt als starke Frau an der Seite Obamas, die in Zeiten von Wirtschaftskrisen und Terrorgefahr stets gute Miene zum bösen Spiel machen muss. Ein Abschluss an der renommierten Harvard Law School zeugt von ihrer Intelligenz; weitere Tätigkeiten in Anwaltskanzleien zum Schwerpunkt Marketing ebneten den Weg als Wahlkampfhelferin ihres Mannes.
Joe Biden: Seit der Ankündigung er solle Vize-Präsident werden ist der ansonsten eher steif wirkende Politiker etwas mehr aus sich heraus gekommen. Während des TV-Duells gegen seine republikanische Kontrahentin Sarah Palin wurde der 66 Jahre alte Professor für Rechtswissenschaften und ehemaliger Senator des Bundesstaates
Delaware zunehmens lockerer und gewann letztendlich die Debatte. Biden musste im Verlauf seines Lebens einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen: 1972 verloren seine beiden Töchter bei einem Verkehrsunfall das Leben. Nach den Terroranschlägen vom 11. September stimmte Biden einem Angriff auf Afghanistan und später auch den Irak zu, bereut allerdings heute diese Entscheidung.



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